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Aurora Diaz
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BeitragThema: »Ruine   Mo 24 Jul - 19:57

»Etwas abgelegen von Lekandra liegt eine alte Ruine eines ehemaligen Schlosses. Es wurde nie versucht die Überreste zu restaurieren. Stattdessen wird hier gerne mal Graffiti gesprüht und geraucht, da man hier völlig ungestört sein kann.
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Lilia Castillo

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BeitragThema: Re: »Ruine   So 3 Sep - 18:28

shane harrop &' lilia castillo  
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Lilia war schon lange nicht mehr alleine gewesen. Meistens versuchte sie, die Einsamkeit und die dazugehörige Stille zu vermeiden. Es machte sie krank, für einen gewissen Zeitraum ihre Gedanken nicht laut aussprechen zu können und alles in sich reinzufressen, doch gerade an einer neuen Schule war das besonders schwer. Sie war erst einen Tag auf dem Internat und hatte noch nicht die Chance, ihre Klassenkameraden näher kennenzulernen, also beschloss sie, dass es vermutlich besser wäre, erstmal die Umgebung zu erkunden.
Mt. Washington war von außen leise durch ihre Kopfhörer wahrzunehmen, jeder Takt stellte einen von Lilias Schritten dar, als sie die alte Ruine betrat, von der ihr ein Mädchen am Morgen erzählt hatte. Sie wollte nicht unbedingt mitkommen, also ging Lilia alleine.
Als sie ihre Tasche abstellte und sich auf einen der Steine setzte - welche an diesem Ort natürlich nicht selten waren -, fiel ihr auf, dass tatsächlich überall um sie herum Bierflaschen und Zigaretten lagen; einiges davon vergammelte dort sicherlich schon seit Monaten, Jahren, anderes war noch relativ neu und eine der Zigaretten schien sogar noch zu qualmen.
"Hier scheint um diese Zeit nichts los zu sein, aber nachts...", murmelte Lilia vor sich hin und beendete die Musik, die noch lief, und steckte ihr Handy zusammen mit den Kopfhörern in ihre Tasche. Sie wollte das Zeug, das hier rumlag, nicht unbedingt anfassen. Wer weiß, mit welchen exotischen Krankheiten man sich dabei anstecken könnte.
Die Ruine war wirklich groß, stellte die Halbgöttin fest, während sie durch das ehemalige Schloss lief. Die Wolken über ihr waren grau und wurden immer dunkler, ein typischer frühherbstlicher Tag, doch es hatte etwas Schönes an sich, das Wetter passte sich der Atmosphäre der Ruine an und zusammen ergab es ein schönes Bild.
Was würde wohl Jani dazu sagen?, fragte Lilia sich und dachte über ihre Kindheit nach. Ihre jüngere Schwester und sie wollten immer Prinzessinnen sein, in schönen Kleidern auf einem Ball mit einem gutaussehenden Prinzen tanzen, welcher dann die Liebe ihres Lebens werden würde. Doch was wusste man mit fünf Jahren schon über Liebe? Lilia erinnerte sich daran, wie sich Liebeskummer anfühlte, ersetzt werden, sich neu verlieben, daran, wie ihre ältere Schwester ihr Dinge über die Liebe erzählt hatte, die sie noch gar nicht so richtig verstanden hatte. Mittlerweile war es Lilia egal, ob sie einen Partner hatte oder eben nicht. Sie war der festen Überzeugung, dass man sich nicht auf eine Beziehung einlassen sollte, wenn man nicht zu hundert Prozent sicher war. Zumindest ist diese Denkweise durch ihre Erfahrungen entstanden.
Die Tochter des Göttervaters schüttelte ihre Gedanken ab und widmete sich wieder wichtigeren Dingen - dem Ort, an dem sie sich gerade befand. Die Wolken über ihr wurden immer dunkler und wirkten schon ein wenig bedrohlich; Lilia plante schon, ihre Tasche zu schnappen und zu gehen bevor es noch regnete, als sie ein lautes Geräusch hörte und sich erschrocken umdrehte. "Hallo?", fragte sie und versuchte, durch das Gebüsch durchzuschauen. "Ist da jemand?"
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Shane Harrop

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BeitragThema: Re: »Ruine   So 3 Sep - 20:47

Dad hatte schon vor Sonnenaufgang das Haus verlassen, was ja nicht ungewöhnlich war, und nach der zweiten Pizza war mir eindeutig nach etwas anderen zu mute als mich gelangweilt durch das Fernsehprogramm zu seppen. Was sollte ich auch tun an einem Wochenende? Nicht mal das Bier was ich in den Händen hielt schmeckte mir noch. Mir lag bitter der Geschmack meines ernüchternden Lebens auf der Zunge, all meine Gedanken erschlugen mich schon seit Stunden. Ich hatte meinen Bedarf an schlechten Talkshows bereits gedeckt, und hier rum sitzen und darauf warten bis mein Vater wieder kam... Wenn er heute überhaupt zurück kommen würde...
Das ging schon ein Jahr so seit dem sein Bruder vermisst wurde. Ich persönlich glaubte nicht mehr an seine Rückkehr. Zwar war es nicht ungewöhnlich das Jäger von Zeit zu Zeit spurlos verschwanden, aber die wenigstens kamen wieder zurück. Dad allerdings hatte noch nicht aufgegeben nach ihm zu suchen, den kleinsten Hinweis schenkte er mehr Beachtung als mir. Selbst das was er ständig nur an mir auszusetzen hatte und wie er mich anschrie fehlte mir ein wenig. Ob das traurig ist? So was von, aber nach Mums Beerdigung, blieb von meinem Vater nur noch ein gebrochener Mann. Meine Hand strich über das Foto an der Wand. Das war viel zu lange her und ich erinnerte mich kaum an diesen Tag und diese Aufnahme. Allerdings konnte ich verstehen was mein Dad zu dieser Frau hingezogen hatte. Ihre langen gelockten Blonden Haare, und ihr warmes Lächeln. Sie war noch so jung gewesen als sie meinem Vater begegnet war, und trotz der Umstände schien sie sehr glücklich mit uns. Mit mir und ihrem Leben. Zumindest auf diesem Foto sah es danach aus.
Ich griff nach meiner Tasche, und schüttelte den Kopf. Mir war klar das ich damit nichts von mir weg drängen konnte, aber für den Moment war es ganz egal, denn ändern konnte ich sowieso nichts mehr. Nicht ihren tot und auch nicht das dieser Vampir der sie von uns gerissen hatte noch immer irgendwo da draußen rum lief. Eigentlich sollte es Werwölfe, Hexen und Meerjungfrauen nur in Büchern geben, aber sie waren real. Meine Familie hatte es sich zur Aufgabe gemacht diese Wesen zu jagen und sie dorthin zu schicken wie sie her kamen. Zur Hölle. Oder nur eben in den tot, aber wieso sollte die Hölle nicht existieren? Solche Kreaturen kamen doch nicht einfach irgendwo her. Als ich meine Schnürsenkel schnürte, fing ich den Blick unseres Hundes auf, der sich streckte und dann vom Kamin zur Tür gelaufen kam. Sam war ein Dingo. Ein australischer Wildhund. Eigentlich war er der Hund meines Onkels, doch nach dem dieser so plötzlich verschwunden war konnten wir Sam ja nicht zurück lassen. Irgendwie war er ja auch nicht so übel und da Dad eh kaum da ist, schätze ich Sams Gesellschaft wie die eines guten Freundes.
Der Wald lag direkt vor unserem Haus, einen offiziellen Weg gab es nicht, zumindest nicht von dieser Seite. Auf der Lichtung hatte mein Vater mich trainiert. Zuerst hatten wir nur kämpfe zum Spaß ausgetragen, danach lehrte er mich das Spurenlesen, das Bogenschießen, und später nahm er mich mit auf die Jagd. Als ich meinen ersten Hirsch erlegt hatte, gab er mir zur Feier des Tages meinen eigenen Bogen. Danach jagten wir eher weniger harmlose Geschöpfe. Wir hatten die Spur von zwei Werwölfen verfolgt und das war meine erste Erfahrung mit einer richtigen Waffe. Klingt alles grausam, aber gehört zum Geschäft. Auch jetzt war ich wieder mit meinem Bogen auf der Jagd, jedoch hatte ich es heute auf kleinere Beute abgesehen. Eine Gans oder ein Wildschwein, wenn ich etwas finden würde. Der Himmel war grau und mit Wolken bedeckt. Regen konnte mich nicht aufhalten, aber es war wesentlich entspannter bei angenehmeren Wetter als Regen zu jagen. Sam lief für gewöhnlich vorraus, er wusste schon vorher welchen Weg ich eingeschlagen würde, denn dort waren wir schon oft gewesen. Es war die alte Ruine die schon weiß Gott wie viele Jahrhunderte dort vor sich hin moderte. Ich mochte diesen Ort. Weiß auch nicht warum, vielleicht weil es dort kaum jemanden hinzog und ich auch so noch meine Ruhe hatte. Was jedoch seltsam war, da die Ruine sich in mitten des Jagdgebiets befand. Es waren, aber auch nicht viele Jäger im Dorf. Wir kannten eigentlich nur einen, und das war der alte Mr. Dickons. Ein eher unfreundlicher hagerer alter Mann, der nie eine Familie hatte. Und der jagte auch nur Tiere, dabei wäre ein verbündeter nie verkehrt. Sam lief durch die Büsche und ich sah mich aufmerksam nach meinem Fang des Tages um. So lange er mir nicht in die Schusslinie kam war es mir gleich was dieser Hund für Pläne verfolgte. Oder was oder wen er verfolgte. Immer wieder spannte ich meinen Bogen, doch außer vorbei fliegenden Vögeln war heute auf nichts anders mehr zu hoffen. Eine ganze Stunde war bereits vergangen und über mir zog gerade ein Gewitter auf. Bevor der Sturm sich über mir noch weiter zusammen brauen konnte, wollte ich hier weg sein, also pfiff ich nach Sam der hinter mir auf einmal einen Riesen aufstand veranstaltete und, dann in den Überresten des alten Gemäuers verschwand.
"Sam"
schrie ich dem Hund verwirrt nach. Vielleicht hatte er was entdeckt. Konzentriert setzte ich einen Fuß nach dem anderen und drehte den Pfeil in meinen Händen bevor ich ihn langsam wieder zwischen meinen Bogen spannte. Lautlos trat ich an die gefallenen Mauern heran die einen kleinen Eingang zu dem alten Anwesen frei gelegt hatten, und hatte meinen Bogen schon auf die Person gerichtet der ich in der Dunkelheit nun gegenüber stand. Ein Mädchen. Wohl eher eine Fremde und doch widerstand ich mich sie weiterhin zu bedrohen, weswegen ich meinen Bogen sinken ließ und sie durchgehend musterte.
"Was verdammt noch mal ist deine Mission?"
Fragte ich und Zischte ihr meine Worte gerade zu entgegen.

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Lilia Castillo

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BeitragThema: Re: »Ruine   Di 5 Sep - 17:59

shane harrop &' lilia castillo
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Lilia versuchte, sich auf die Quelle des Geräusches zu konzentrieren, jedoch erkannte sie nichts. Der Himmel war dunkel und der Wald dicht bewachsen, sodass es leicht war, sich hier zu verstecken oder - wenn es schlecht lief - sich zu verlaufen. Die Route, die die Halbgöttin benutzt hatte um zur Ruine zu gelangen, war zum Glück ausgeschildert gewesen. Sie hatte im Gegensatz zu ihrem Vater keinen besonders guten Orientierungssinn. Er war ein Kapitän und auf offener See war das kein Talent sondern eher eine Notwendigkeit. Lilia hasste ihren Vater, doch dies ist eines der Dinge, die sie gerne von ihm geerbt hätte.
Vielleicht war es einfach nur ein Donner, dachte Lilia und war gerade dabei, sich umzudrehen und zu gehen, als plötzlich ein mittelgroßer Hund aus dem Wald gesprungen kam und sich nun bedrohlich vor dem Mädchen aufbaute. Lilia sprang vor Schreck ein wenig zur Seite. Sie kannte sich nicht besonders gut mit Hunden aus, aber hatte definitiv schon mal einen Dingo im TV gesehen - australische Wildhunde, die normalerweise menschenscheu und auch nicht in Amerika sässig waren. Lilia vermutete, dass irgendjemand diesen Hund erzogen hatte und das dazugehörige Herrchen irgendwo ganz in der Nähe war.
"Ganz ruhig", sagte sie zu dem Hund und versuchte ihn zu beschwichtigen. Er schien sie nicht angreifen zu wollen, doch ihr war klar, dass die Gefahr bestand, sollte sie sich entfernen, also blieb sie einfach stehen und wartete ab.
Wie vermutet erschien eine weitere Gestalt aus dem dunklen Gestrüpp und bahnte seinen Weg durch die Büsche und Sträucher, ein junger Mann, nicht viel älter als Lilia - er hatte einen gespannten Bogen in seinen Händen, mit welchen er auf das Mädchen zielte. Völlig perplex und verwirrt blieb sie stehen. Bestimmt war er nur ein einfacher Jäger welcher sie für ein wildes Tier gehalten hatte, denn er ließ den Bogen nach kurzer Zeit schon wieder sinken. "Was verdammt noch mal ist deine Mission?", zischte er Lilia geradeso zu, wie als hätte er sie soeben bei einem schrecklichen Verbrechen ertappt und würde sie nun verhören wollen.
Als der Hund des Junges - Sam hieß er anscheinend - zurückwich, atmete die Halbgöttin erleichtert aus. Zerfleischt werden hätte ihr an diesem Tag gerade noch gefehlt. Sie musterte den Typen von oben bis unten und ihr fiel auf, dass er vermutlich nicht die Art von Person war, die den lieben langen Tag Witze riss. Lilia verschränkte die Arme und machte einen Schritt zurück. Sie hatte weder Lust auf Konfrontation noch auf einen Pfeil in ihrer Brust, doch sie konnte sich nicht zurückhalten.
"Meine Mission?", fragte sie, immer noch sichtlich verwirrt. "Meine Mission war es, spazieren zu gehen und ein wenig die Umgebung zu erkunden. Wie sieht es bei dir aus? Kleine Mädchen erschießen?", fügte sie noch hinzu und deutete auf den Bogen und das Equipment des jungen Mannes. Es war bestimmt normal in so einer ländlichen Gegend, dennoch war das Mädchen eher die See und die Stadt gewöhnt.
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