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 »Schulbibliothek

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Aurora Diaz
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BeitragThema: »Schulbibliothek    Mo 24 Jul - 16:59

»Wer Ruhe haben will, wird sie hier definitiv bekommen. In der Bibliothek hängen manche an den Seiten von Büchern fest, andere erledigen was am Computer. Es herrscht allgemein Ruhe, sprechen ist natürlich trotzdem erlaubt. Man kann sich Bücher für eine Woche ausleihen und muss sie natürlich wieder rechtzeitig abgeben. Den ein oder anderen Bücherwurm wird man hier sicher öfters antreffen, denn es gibt eine sehr große Auswahl.
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Sophia Evans

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BeitragThema: Re: »Schulbibliothek    Di 17 Okt - 20:03

Ashton & Sophia
Donnerstag Nachmittag; 16 Uhr

Ich musste mir mehrmals die Haarsträhnen hinters Ohr klemmen, ansonsten würden sie mir zum wiederholten Mal ins Gesicht fallen und die Sicht auf das Buch vor mir versperren. Wir hatten gerade mal die erste Schulwoche und schon bekommen wir gleich eine Präsentation aufgebrummt. Wenigstens war es in dem erträglichen Fach Biologie – welches ich wenigstens verstand und erklären konnte – statt eines Referats in Geschichte. Wir mussten es zwar erst in einer Woche fertig haben, aber ich fange schon relativ früh an, um mir den Stress später zu sparen.
Einen geeigneten Platz hatte ich mir schon gesucht: In der großen Schulbibliothek gibt es eine Ecke, vollkommen geschützt vor den forschen Blicken der Bibliothekarin. Die Ecke war bekannt unter den Schülern als ein Platz, wo man ausnüchtern kann oder die ein oder andere Zigarette durch das Fenster geraucht wird. Ich war weder für das Eine, noch für das Andere da. Ich fand lediglich diese Ruhe und Gelassenheit hier hinten schön. Manchmal hatte ich sogar das merkwürdige Gefühl, dass hier die Gespräche mehr Tiefgang haben, etwas Vertrautes wie ein gutes Buch. Ich schreibe mir die Stichpunkte auf meinen Block, der auf meinem Schoß liegt und aufgrund des erst begonnenen Schuljahres noch viele Blätter hat. Mit meiner linken Hand blättere ich die Seiten des Buches um. Naja, okay. Vielleicht nicht wie jeder Andere. Ich brauche nur meinen Zeigefinger leicht kreisen und das Blatt wendet sich langsam. Im Unterricht für die Fähigkeiten meinten die Lehrer sowieso, dass wir die Fähigkeiten auch manchmal in unseren Alltag integrieren sollten. Zwar sind Blätter umschlagen eine mühelose Sache für mich, aber der Gedanke zählt. Schwerer fiel es mir das schon bei Gegenständen mit mehr Gewicht. Danach fühle ich mich oft ausgelaugt und müde, aber die Schule lernt einem auch, dass man Spaß daran haben kann. Manche neue Schüler kann man aber mittlerweile nicht mehr so erschrecken, schade.
Die Kopfhörer ließen die Nebengeräusche in der Bibliothek verstummen und nur durch das reine Sehen wurden mir Geräusche bewusst, wie der Knall herunterfallender Bücher oder das Klackern der Computertastatur. Unbewusst forme ich den Text des Liedes mit den Lippen nach und bewege mich leicht dazu, sodass meine Schrift etwas unsauber wurde, aber ich war noch nie jemand, der es auf Perfektion anlegt. Ich glaubte zwischendurch im Augenwinkel bekannte Gesichter zu sehen, war mir aber nicht sicher, ob man mich sehen würde, weshalb ich mir teilweise keine Mühe mache oder machen würde, zu grüßen. Dazu war ich auch viel zu vertieft in meine Arbeit.

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Ashton Gallagher

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BeitragThema: Re: »Schulbibliothek    Di 17 Okt - 23:19

Ashton & Sophia
Donnerstag Nachmittag; 16 Uhr

So verkorkst wie das Vorwissen des 18 Jährigen war, war es bitter nötig direkt bei dem Unterrichtsstoff, den sie in der ersten Woche bereits durch nahmen, anzuknüpfen. Vorwissen brauchte er im Thema des "Römischen Reiches" nicht, da sie das Thema scheinbar gerade erst begonnen hatten. Ashton also begab sich das erste mal freiwillig in eine Bibliothek, um dieses Jahr eventuell endlich seinen Abschluss zu machen. Zwischen zischenden Mitarbeitern und bereits jetzt schon schwitzenden Schülern lief er vorbei, entlang der hohen Bibliothekwände. Es waren Bilder an die Wand genagelt. Bilder, die vermutlich irgendeine weltkritische Darstellung veranschaulichten. Dafür war Ashs politischer Wissensstand zu niedrig und seine kreative Ader zu verkümmert. In ihnen sah er nur Farben, quer über das Plakat gestrichen und Linien, die an ihrem Platz eigentlich gar nichts zu suchen hatten. Zwischen diesen ,ausdrucksvollen´ Zeitgenossen hingen auch ein Paar alte Knacker. Landschaften, Portraits, Ölgemälde und Stillleben zierten die Wände viel besser, so war Ashtons Meinung. In ihnen erkannte er Talent. Die anderen Bilder hätten auch Affen malen können, hätte auch ER malen können. Mit diesen selbstkritischen Gedanken setzte er seine Runde fort und verlief sich doch gar zwischen den riesengroßen Bücherregalen. Von Jane Austen bis Carlos Ruiz Zafón waren die Namen der berühmten und bedeutendsten Autoren aller Zeiten vertreten, Ashton hingegen kannte von ihnen nur die wenigsten. Gäbe es ein Abteil für die legendärsten Musiker oder die besten Filme und Serien, da hätte er so einiges empfehlen können. Und da ihm nun mal kein Name hier etwas sagte, lief er weiter. Nachdem er endlich verstanden hatte, wie die Struktur dieser Gänge aufgebaut war, fand er die Geschichtsabteilung. Er suchte verzweifelt nach dem Buchstaben R, bis er mehrere Bücher zum alten Rom auffand. Nun war die Frage, welches er denn brauchte. ,6. Jahrhundert: Etruskische Herrschaft´ oder ,Jahr 406: 10 Jahre Krieg zwischen Rom und Vej´? Als er es fand, spürte er den Stein der ihm gerade vom Herzen fiel: ,7.-8. Jahrhundert: von Königsherrschaft zu Republik´. Er griff sich das 1000- seitige Buch und lief so schnell wie möglich weiter, während er sich den Buchrücken durchlaß.

Endlich hatte er einen Ausweg aus dem Labyrinth der Tausend Bücher gefunden, vorbei an den Computern und Tischen, an ihnen saßen viele Schüler. Völlig übermüdet, Augenringe so schwarz wie Ruß, verschwitzt wie nach einem Marathon Lauf. Natürlich nur metaphorisch gemeint. Es wurde langsam Herbst und die meisten saßen bereits in ihren hübschen beige- farbigen Pullis an ihren Büchern. Bis er endlich ein vertrautes Gesicht sah, flog der Blick durch den gesamten Raum. Abseits von allem, was hier in dieser Bibliothek geschah, entdeckte er seine Freundin Sophia. Lächeln aufgesetzt, Rücken gerade und mit stolzem Gang marschierte er zu ihrem Tisch. Nun stand er vor ihr, doch nichts regte sich bis er bemerkte, wieso sie ihn ignorierte. Wenn man stumpf in ein Buch schaute, die Haare ständig vor das Gesicht fallend und mit Musik in den Ohren, die die Klänge der Außenwelt absorbierte, konnte sie ja gar nicht mitbekommen, wie Ashton vor ihr stand. Er knallte mit voller Wucht den riesigen Wälzer auf den Tisch, riskierte damit ein unablässig lautes "SHHHHHHT" der Bibliothekarin und den wütendsten Blick aller Zeiten. Außerdem schreckte jeder Schüler im gesamten Raum einmal hoch, schaute sich um, verlor sich jedoch schnell wieder in sein Buch. Ashton zog den Stuhl hervor, der parallel von Sophia stand, und setzte sich mit verschränkten Armen und beiden Füßen auf dem Tisch nieder in den Stuhl.

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Sophia Evans

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BeitragThema: Re: »Schulbibliothek    So 22 Okt - 15:08

Ashton & Sophia

Musik muss laut gespielt werden. So laut, dass man all die nervigen Leute, all die grausigen und all die lauten Gedanken in einem selbst ausgesperrt werden. Wenn es mir zuhause mal wieder 'nicht gut ging', dann legte ich mich oft ins Bett und vergrub mich so tief unter der Bettdecke mit meinem Handy und meinen Kopfhörer im Ohr, sodass ich letztendlich wirklich alles von mir fernhalten konnte. Noch lieber mag ich es allerdings, wenn ich laufen gehe und die Musik mich antreibt. Der Text und der Beat, der einem zu mehr antreibt und einen auf Hochtouren laufen lässt. Hier gerade zum Lernen waren allerdings eher ruhige Lieder angemessen. Zum Glück ist mein Musikgeschmack so vielfältig, dass wirklich von allem was dabei ist. Die Lieder sind natürlich übermäßig illegal heruntergeladen, aber hey, solange man sie nicht weiterschickt, soll es nicht strafbar sein. Ich dachte wirklich, meine Musik wäre so laut, dass ich wirklich nichts mitbekomme, aber der laute Knall von Ashton's Buch drang sogar zu mir durch. Ich hebe ruckartig den Kopf und sehe einem meiner besten Freundin direkt ins Gesicht. Im ersten Moment war ich geschockt, dann leicht genervt: „Verdammt Ashton, willst du mir einen Herzinfarkt verpassen und dreißig Anderen gleich mit?“ Und auch wenn ich mich verärgert anhöre, so konnte ich ein Grinsen verkneifen. Etwas Anderes war ich von Ashton mittlerweile nicht gewohnt. Ich ziehe meine Kopfhörer aus dem Ohr und lege sie über das Buch, das nun wohl nicht mehr meine volle Aufmerksamkeit bekommen würde. Ich nicke seinem Buch zu und frage ihn: „Was musst du machen? Dir selbst den Kopf einschlagen mit diesem dicken Buch oder es als Anker für ein Schiff verwenden?“ Argwöhnisch beäuge ich die vielen Seiten. Was könnte es geben, worüber man so viele Seiten schreiben muss? Mitleidig sehe ich Ashton an. Er sieht auch nicht danach aus, als hätte er ungewöhnlich viel Lust darauf. Wir waren uns in einigen Sachen ziemlich ähnlich. Von der Unnahbarkeit bis zum frechen Mundwerk waren wir ziemlich identisch sogar, andererseits waren wir auch sehr verschieden. In Kombination mit meiner besten Freundin Helen waren wir schon teilweise ein komisches Trio, aber wer hat gesagt, dass man immer perfekt sein muss?
Ich stütze meinen Kopf auf meiner Handfläche ab und sehe ihn einige Sekunden lang nachdenklich an. Manchmal wenn er nicht aufpasste, bewege ich seine Locken, die gerne mal etwas chaotisch aussehen, mit meiner Fähigkeit und frage mich, ob er es mitbekommt. Warum also nicht gleich ausprobieren? Ich fokussiere mich auf eine Strähne und versuche sie ganz unbemerkt zu einer besseren Position formen, konnte währenddessen aber ein Grinsen nicht verkneifen. Um ihn abzulenken, sage ich: „Hast du heute noch frei? Vielleicht gehe ich später noch in die Stadt oder in den Wald, du könntest mitkommen.“

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Ashton Gallagher

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BeitragThema: Re: »Schulbibliothek    Di 24 Okt - 17:49

Ashton & Sophia

Ashton hatte nun Sophias Aufmerksamkeit für sich ergattert. Verträumt kaute er auf seinem mittlerweile geschmacklosen Kaugummi herum und spielte mit ihm in seinem Mund. Wenn er seinen Mund öffnete, schmatzte er. Von Höflichkeit und Manieren hatte er keine Ahnung, diesen Schritt hatten seine Eltern in der Erziehung vergessen. "Du reagierst ja nicht, wenn so ein Traummann vor dir steht. Kein Wunder, dass du single bist." Mit diesem Satz bewegte er sich ein Stück zurück mit seinem Stuhl, da er die Tatsache bedachte, dass Frauen gerne mal zu traten. Er hob seine Beine zurück auf den Boden und stützte seine Arme auf dem Tisch ab, genau auf den dicken Wälzer, der vor ihm lag. "Ich hab mir endlich das Ziel gesetzt meinen Abschluss zu machen. Wusstest du, dass man dafür lernen muss?" Sophia musste scheinbar ebenfalls lernen. Zumindest konnte Ashton sich nicht vorstellen, wozu man sonst noch eine Bibliothek betreten sollte. Dauerhaftes Still- Sein, Sauberkeit und Vorsicht... Alles Sachen, die Ashton seiner Meinung nach in seiner Individualität einschränkten. "Geschichte, römisches Reich. Was interessiert mich dieser Scheiß? Oh man, Soph, ich hab keine Lust mehr darauf. Ich will endlich etwas sinnvolles tun." Wütend und nachdenklich ließ Ash seinen Kopf auf die Tischplatte fallen und erzeugte einen Knall, welcher aber definitiv weniger laut war als der des vorher rauf geschlagenen Buches. Noch zwei, drei mal und er fing sich wieder ein. Ashton hob erneut seinen Kopf. "Ja, egal was du vor hast, egal was für Termine ich hab. Ja, ich hab Zeit. Komm, lass uns was anstellen. Ich muss hier raus."
Mit hoffnungsvollem Glanz in den Augen schaute er Sophia erwartungsvoll an. Er trampelte mit seinen Füßen auf dem Boden, hatte heute schon zu viel Kaffee getrunken. Und jede Sekunde, die er hier weiter verbrachte, schmerzte in seinen bewegungsfrohen Gliedern. Auch, wenn Ash erst vor ein Paar Minuten die Bibliothek betreten hatte, so merkte er jetzt schon, dass Lernen absolut nichts für seine hibbelige Seele war. Ash wollte raus, etwas unternehmen. Aber er musste ständig in der Schule sein, lernen und schlafen. All diese Dinge hinderten ihn schon sein Leben lang am leben. Das war auch einer der Gründe, weshalb er die Schule damals abbrach.
Einerseits fand er es gut wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, andererseits hasste er die Freiheitsberaubung. So nannte er das zumindest. Er bereute nicht, in einer guten Realität angekommen zu sein und er bevorzugte sein voriges Leben nicht. Aber das, was er nun tat, erfüllte ihn ebenfalls nicht. Also wollte er die kurze Zeit, die ihm zwischen all diesen freizeitraubenden Aktivitäten noch blieb, nutzen um das zu tun was jeder junge Erwachsene am besten konnte : Scheiße bauen. Er liebte es, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Das war der Kick, den er nun nicht mehr hatte und aufgeholt werden musste mithilfe von bewusstseinsverändernden Substanzen wie Kaffee.

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Sophia Evans

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BeitragThema: Re: »Schulbibliothek    Fr 27 Okt - 21:14

Ich merkte, wie meine Augenbraue augenblicklich einen Zentimeter nach oben zuckte, als ich sein Schmatzen höre. Ich wollte gerade ansetzen, um ihm zu sagen, dass man es lieber mit dem Kaugummi kauen sein lassen sollte, wenn man den Mund nicht zu machen kann, aber er war schneller dran und ich ließ meinen Satz fallen. Stattdessen musste ich kurz lachen. „Sicher, dass du nicht ein völlig verzerrtes Bild von dir selbst hast? Und wenn mein Radar für Traummänner nicht funktioniert, dann musst du eben meinen Wingman spielen.“ Letzteres war eher ein Scherz und keine Aufforderung, denn ich traute Ashton zu, dass er mich in Fettnäpfchen regelrecht hineinschubsen würde. Ich streckte meine Beine unter dem Tisch aus und bog auch meinen Rücken durch, da das Sitzen echt anstrengend wurde.
Dass er seinen Abschluss machen möchte, war für mich nicht verwunderlich. Ein Abschluss ermöglicht einem nachher so einiges und für was ist man sonst hier, von der Ausbildung der Fähigkeiten abgesehen? Dennoch fand ich seine Bemerkung mit dem Lernen komisch. „Ach was, man muss lernen? Ich habe die ganze Zeit immer nur die Seiten gegessen und das Wissen wurde automatisch auf mein Hirn übertragen.“ Ich sagte es ohne mit der Wimper zu zucken, schmunzelte aber dann doch um dem ganzen die Schärfe zu nehmen. Oft musste ich schon die Erfahrung machen, dass nicht alle meine Art von Humor teilen und sich schnell beleidigt fühlen.
Das Gejammere von Ashton erweichte dennoch nicht mein Herz. Ich musste all die Jahre lernen und ich bin zwar gewöhnt daran, leicht fällt es mir dennoch nicht immer. Ich tätschle seinen Lockenkopf wie den Kopf eines Hundes, nachdem er auf dem Tisch gelandet war mit einem nicht gerade beruhigenden Knall. Würde mich nicht wundern, wenn er jetzt eine Kopferschütterung hätte. Er war natürlich gleich begeistert von meinem Vorschlag, was mich keineswegs überrascht. „Wie wär's mit Schwimmbad? Ich will mich irgendwie bewegen und dich ein paar Mal im Wasser zu ertränken könnte genug Kraftanstrengung sein.“ Ich grinse ihn breit und zuckersüß an. Ich brauchte einfach meinen Sport, um nicht in einen Tiefpunkt zu rutschen, der meine Mundwinkel tagelang nach unten drückt und alle von mir stößt, der mir zu nahe kommt. Nope, auf den Tiefpunkt kann ich gut und gern verzichten. Ich lege meinen Kopf leicht schief. „Wir könnten auch jemanden fragen, ob er mitgehen möchte. Vielleicht Helen, wenn sie Zeit hat? Oder weißt du jemanden?“ Ich trommle mit meinen Fingern gegen den Tisch und spüre, wie ich langsam wieder wacher und aufgeregter wurde, da die Aufsicht auf Sport und allgemein Schwimmen meine Laune deutlich hob.

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Ashton Gallagher

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BeitragThema: Re: »Schulbibliothek    Sa 28 Okt - 12:06

Ashton & Sophia

Ash verlor schon immer recht schnell die Konzentration, lenkte sich sehr gut mit alltäglichen Dingen ab. Statt Sophia zuzuhören, begann er mit den Fingern auf dem Tisch zu klopfen und einen Takt zu entwickeln. Währenddessen kippelte er mit dem Stuhl hin und her und sah sich in der näheren Umgebung um. Er verdrängte die sarkastischen Antworten seiner besten Freundin, schob ihr nur ein müdes Lächeln zu. Jedoch war er von der Idee des Schwimmen Gehens auch nicht so begeistert. "Planschen? Echt? Ich dachte du wärst wild. Wieso immer nur das tun, was für die Menschen vorgesehen ist? Wieso gehen wir nicht nen Schritt weiter und verschwenden unsere Zeit nicht damit, die Dinge zu tun die so viele Menschen vor unserer Zeit auch schon taten? Lass uns was neues starten, was spannendes. Du hast doch irgendwie magische Kräfte. Auch, wenn ich immer noch nicht ganz verstanden habe, was das bedeutet. Kannst du mir nicht was davon abgeben? Ich bin einer der wenigen verkackten Menschen auf dieser Schule. Alle haben irgendwas an sich, was sie "besonders" macht. Ich will auch zaubern können. So wie du, wenn du mit meinen Haaren spielst. Ja genau, glaub ja nicht, ich bemerke das nicht." Ashton sprang auf, klappte Sophias lästiges Buch zu und nahm ihre Hand. "Los komm, wir fahren in den Wald. Wie du es wolltest." Seine Idee klang ja ganz nett. Aber wenn man Ashton kannte, wusste man, dass er nicht zu solchen Orten ging um zu spazieren. Nein, er plante mal wieder etwas anzustellen. Was genau, dass ließ er sich auf dem Weg noch einfallen.

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