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Aurora Diaz
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BeitragThema: »Oberstufenzimmer   Mo 24 Jul - 16:56

Trotz der eindeutigen Vorsilbe Oberstufen- halten sich auch Schüler aus der 10. Klasse hier ab und an auf. Der Raum ist recht beliebt und wird vorallem in Freistunden genutzt. Es gibt eine Stereoanlage, wo jeder sein Handy anschließen kann und Musik abspielen kann. Es sind viele Sofas im Raum verteilt, damit sich es die Schüler bequem machen können. Manchmal wird hier auch ganz heimlich aus dem Fenster geraucht, aber verrate das besser keinem!
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Lilia Castillo

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BeitragThema: Re: »Oberstufenzimmer   Sa 21 Okt - 12:28

matthew rogers &' lilia castillo  
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Es war schon früh am Abend, als Lilia durch das Schulgebäude schlich und das Oberstufenzimmer suchte. Sie war nun schon seit einiger Zeit auf dem Internat und trotzdem hatte das Mädchen noch große Schwierigkeiten, bestimmte Räume zu finden - besonders schlimm war es mit den Klassenräumen, welche sie normalerweise in und auswendig kennen müsste. Um peinliche Situationen zu verhindern, lief sie eigentlich immer einem Klassenkameraden hinterher. Einem Klassenkameraden, der Ahnung von seiner eigenen Schule hatte, natürlich.
An diesem Tag jedoch fand Lilia das Oberstufenzimmer erstaunlich schnell. Normalerweise verbrachte sie drinnen nicht so viel Zeit, deswegen war sie ziemlich stolz darauf, den Raum gefunden zu haben.
Die Puerto Ricanerin öffnete die Tür mit einer Hand - in der anderen hielt sie, an ihre Brust gedrückt, Unterrichtsmaterialen, ihre Mappe und die unzähligen Hausaufgaben, die sie schon vor Wochen hätte erledigen sollen und leider immer noch in ihren Heftern einsam und verlassen herumgammelten. Ein paar Stunden vorher hatte Lilia sie zerknittert in ihrem Schrank gefunden und kurzerhand beschlossen, dass sie ihr zumindest ein bisschen leid taten, so unerledigt wie sie waren. Und da sie die meisten von ihnen am nächsten Tag abgeben musste, brauchte sie so schnell wie möglich ein stilles Plätzchen zum Arbeiten.
Lilia warf einen verwirrten Blick in den Raum, als sie sah, dass das Zimmer tatsächlich komplett leer war. Normalerweise hingen hier zumindest zwei Jugendliche rum oder ein Liebespaar, das die Finger nicht voneinander lassen konnte, aber in diesem Moment herrschte zum ersten Mal vollkommene Stille. Sie ließ sich auf einem der dunklen, weichen Sofas nieder und lauschte für ein paar Sekunden. Nachdem sie sicher gegangen war, dass nicht gleich irgendwelche aggressiven Kleinkinder den Raum betreten würden, legte sie ihr Schulzeug vor sich auf einem kleinen Kaffeetisch ab und öffnete den ersten Hefter, der direkt vor ihr lag.
Lilia war keine Person, die sich für längere Zeit konzentrieren konnte. Meistens kam sie nach fünf Minuten schon in Versuchung, ihr Handy in die Hand zu nehmen. Ihre Gedanken schweiften ab, der Stift in ihrer Hand wurde zu einem einfachen Spielzeug und das Matheproblem verwandelte sich in einen Erdbeermilchshake mit ganz vielen rosafarbenen Fragezeichen, die vor Lilias geistigem Auge herumtanzten und laut schrien: "Lass dich weiter ablenken!", bis ihr der Stift, mit dem sie gespielt hatte, aus der Hand fiel und sie plötzlich wieder realisierte, was sie gerade eigentlich tun sollte. Es war nicht mal so, dass Schule für Lilia keine Priorität hatte - ihr Gehirn war einfach schwer zu zähmen und hüpfte gerne mal von Ort zu Ort.
Erstaunlicherweise hatte Lilia an diesem Tag nicht so große Schwierigkeiten dabei, sich mit ihren Hassfächern auseinander zu setzen und trotzdem wünschte sie sich manchmal, von einem anderen Gott abzustammen. Natürlich war sie stolz darauf, eine Tochter des Göttervaters zu sein, doch als Tochter von einem weisen Gott wie zum Beispiel Apollon oder Athene hätte sie ihre Hausaufgaben bestimmt fünf mal so schnell erledigt.
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Matthew Rogers

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BeitragThema: Re: »Oberstufenzimmer   Sa 21 Okt - 14:05

matthew rogers &' lilia castillo

Auf der Suche nach einem ruhigen Ort, wanderte Matthew durch die Schule. Es war bereits Abend und er hatte auch schon eine Runde Sport hinter sich. Später würde er vielleicht nochmal Joggen gehen oder alleine ein paar Körbe werfen. Irgendwie wollte er sich ablenken. Mit Hausaufgaben hatte es nicht wirklich funktioniert, die waren einfach zu schnell erledigt gewesen. Ob richtig oder ausführlich genug, kümmerte ihn derzeit nicht. Seinen Zimmergenossen war es vielleicht aufgefallen, dass er im Verlauf der Woche immer weniger lächelte. Schuld war sein falscher Geburtstag, der kurz vor der Tür stand. Die, die darum wussten, warum er ihn falsch nannte, würden seine nicht ganz so fröhliche Laune damit abtun, dass es eben jener Jahrestag war, der ihn wieder daran erinnerte, dass er über sich überhaupt nichts wusste. Im Grunde war es so ähnlich, nur dass der Tag ihn daran erinnerte, dass niemand aus seinem Umfeld wusste, was er gewesen war und er nicht wusste, wie lange er die Tarnung noch aufrecht erhalten konnte. Na gut, er konnte gut schauspielern und so seine Gefühle auch gut verbergen, aber dazu hatte er jetzt auch keine Lust.
Seine Füße trugen ihn ins Oberstufenzimmer, was normalerweise immer irgendwie gefüllt war und daher eigentlich der letzte Ort wäre, an dem Matthew jetzt sein wollte. Aber glücklicherweise war hier bis auf Lilia niemand. Sie saß auf einen der Sofas und schien zu lernen. Im Vergleich zu ihr würde er vermutlich noch mehr wie ein Trauerklos wirken. Schon alleine ihre Klamotten waren anders gewählt. Lilia hatte sich für luftige, bunte und helle Klamotten entschieden, während er sich lieber einen schwarzen Hoodie angezogen hatte und dazu eine dunkle Jeans trug. Selbst das weiß von seinen ansonsten schwarzen Turnschuhen war kaum als solches zu erkennen und wirkte eher grau. Als Matt den Stift entdeckte, der seiner Klassenkameradin vermutlich runtergefallen war, hob er ihn au und reichte ihn ihr mit einem leichten Lächeln. "Hey, so spät noch am lernen?", meinte er in einem recht ruhigen Tonfall, der eher unüblich von ihm war. Üblicherweise schwang wenigstens etwas Frohsinn mit oder eine andere positive Emotion, aber heute war ihm nicht danach. Und das würd sich vermutlich auch nicht ändern, bis sein falscher Geburtstag hinter ihm lag.

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Lilia Castillo

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BeitragThema: Re: »Oberstufenzimmer   So 22 Okt - 18:36

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Lilia rieb sich den Kopf und seufzte, während sie auf ihre Hausaufgaben starrte. Sie hatte nicht einmal bemerkt, dass ihr der Stift aus der Hand gefallen war, bis sich plötzlich jemand vor ihr bückte und ihr jenen Stift reichte. Erst sah die Halbgöttin ein wenig verwirrt aus, doch dann erkannte sie, dass es Matthew aus ihrer Klasse war. Sie lächelte peinlich berührt und nahm den Stift mit einem aufrichtigen "Dankeschön" an.
Jetzt, wo sich jemand den sie sogar kannte im Raum befand, hatte Lilia jeden Grund, abgelenkt zu sein. Ich schwänze nicht, sozial sein ist halt einfach wichtig, dachte sie mit einem Grinsen auf den Lippen. Natürlich spielte sie sich - wie so oft - bloß selber etwas vor, und das wusste sie auch ganz genau.
Das Mädchen legte ihre Sachen beiseite und setzte sich in einen bequemen Schneidersitz, den Jungen unauffällig musternd. Aus irgendeinem Grund sah Matthew heute anders aus. Seine Kleidung war dunkel, er wirkte blass im Gesicht und das Lächeln schien ihm schwer zu fallen. Offensichtlicherweise ging es ihm nicht gut und Lilia war davon gar nicht angetan. Sie hasste es, den Schmerz von anderen mit ansehen zu müssen, so gerne sie auch half. Der Therapeut, den sie früher besucht hatte, meinte, dass es vermutlich daran lag, dass sie als kleines Mädchen selbst recht viel erleiden musste und nun Schuldgefühle für andere aufbauen würde. Er hatte nicht unrecht. Lilia wurde recht früh von ihren Eltern vernachlässigt und diese Situation hatte reichlich Einflüsse auf ihr derzeitiges Leben und ihre Zukunft. Noch immer erinnerte sie sich daran, manchmal schon mit sieben Jahren um achtzehn Uhr vor Erschöpfung einzuschlafen. An die wunden Hände von der Hausarbeit und das Bild ihrer Mutter, achtungslos auf einen Bildschirm starrend, mit einem bereits kalt gewordenen Kaffee und einigen Stapeln bedrucktem Papier neben sich. Es waren einengende Gedanken, die Lilia am liebsten verdrängte.
"Setz dich doch", sagte die Halbgöttin und deutete auf das Sofa gegenüber von ihrem. Sie warf Matthew einen besorgten Blick zu. "Ist alles in Ordnung bei dir?", fragte sie anschließend und legte ihren Kopf ein wenig schief, "du kannst komplett ehrlich sein! Wenn du was brauchst, bin ich da für dich, 24 Stunden am Tag."
Lilia kannte Matthew nicht sehr gut - um ehrlich zu sein, kannte sie ihn nur aus dem Unterricht und den Pausen - doch sie versuchte, jedem ihre Hilfe anzubieten, so gut wie sie konnte. Sie war vielleicht nicht der beste Mensch, aber dies war doch eine recht gute Eigenschaft an ihr.
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Matthew Rogers

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BeitragThema: Re: »Oberstufenzimmer   So 22 Okt - 19:13

matthew rogers &' lilia castillo

Lilia nahm dankend den Stift wieder entgegen, den Matthew ihr aufgehoben hatte. Anstatt sich aber wieder ihren Aufgaben zu widmen, schon sie die Papiere beiseite. "Wollte dich nicht ablenken.", meinte Matthew und wollte sich wieder zum Gehen wenden, als sie ihm einen Platz anbot. Kurz überlegte er. Eigentlich hatte er Gesellschaft aus dem Weg gehen wollen, aber vielleicht tat es ja gut, wenn man doch jemanden um sich hatte, nur halt nicht gleich die halbe Schule. Seufzend und achselzuckend ließ er sich aufs Sofa fallen und blieb in sich zusammen gesunken sitzen. Von der Seite sah der Werwolf zu der Halbgöttin, die ihn fragte, ob alles ok war, und beteuerte, dass sie für ihn da war. Nochmals leise seufzend sah er wieder weg. "Es ist nichts.", murmelte er und rieb sich kurz den Nacken "nur mein falscher Geburtstag ist die Tage.", ergänzte er dann und steckte seine Hände in die Bauchtasche seines Hoodies. Lilia kannte er nicht so gut. Daher war er sich nicht sicher, ob sie wusste, dass er in einem Heim wohnte, da man seine Familie nach seinem auffinden nicht hatte finden können. Vielleicht hätte sie ja mal davon gehört, vielleicht hatte sie es nie auf ihn bezogen. Im Grunde war es jetzt auch egal. Und wenn er ihr es erklären musste.

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BeitragThema: Re: »Oberstufenzimmer   Di 31 Okt - 14:03

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Die Halbgöttin musterte ihr Gegenüber ziemlich genau während er sprach und analysierte sein Verhalten ein wenig. Eindeutig bedrückte ihn etwas. Obwohl sie nicht all zu viel von Psychologie verstand und den Werwolf auch nicht gut kannte, fiel es ihr auf - es war ziemlich offensichtlich, wenn man seiner dunklen Kleidung und Gesichtsausdrücken auch nur ein bisschen Beachtung schenkte.
Sie war irgendwie froh, dass er sich ihr öffnete. Es war ihr peinlich, wenn jemand ihre Hilfe ablehnte, und es machte sie bei manchen Personen auch etwas wütend, obwohl sie genau wusste, dass man sich manchmal einfach nicht in der Lage fühlte zu reden. Dies war etwas, an dem Lilia stark zu arbeiten hatte. Sie selbst konnte sprechen wie ein Wasserfall, aber das war natürlich nicht bei jedem zutreffend.
Als Matthew einen falschen Geburtstag erwähnte, wurde sie stutzig. Das konnte vieles bedeuten. Sie hatte schon einmal von einem Kind gehört, das nach einem Unfall eine neue Identität bekommen musste, aber ob der Junge davon sprach, war ungewiss. Vielleicht wusste er auch einfach nur nicht, wann sein Geburtstag war - sowas soll vorkommen! Ärzte, die die Geburtszeit nicht aufgeschrieben haben, Säuglinge, die vor Haustüren ausgesetzt wurden, Adoptiveltern, die den Ursprung ihrer Kinder nicht kannten... es gab viele Möglichkeiten, aber keine von denen, die Lilia in den Sinn kamen, erklärten, warum Matthew so niedergeschlagen war.
"Dein falscher Geburtstag?", hakte sie also nach. Sie wollte sich nicht direkt auf den Zeitungsartikel über diesen Jungen beschränken. Wenn sie das jetzt erwähnte und Matthew nichts damit zu tun hatte, würde es relativ peinlich für Lilia werden.
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BeitragThema: Re: »Oberstufenzimmer   Di 31 Okt - 14:47

matthew rogers &' lilia castillo

Matt sah stur vor sich auf seine Füße und sah nur ab und an mal aus dem Augenwinkel zu seiner Klassenkameradin. Als er meinte, dass sein falscher Geburtstag bald war, blieb bei ihr nicht unbemerkt, dass er das Adjektiv 'falsch' benutzt hatte, und fragte nach. Der Werwolf drehte ihr den Kopf zu. "Der Tag, an dem ich...", setzte er an, bevor er nachdenklich seinen Kopf in den Nacken legte und grübelnd die Decke über sich anstarrte. Wie erklärte er Lilia möglichst knapp, woher das Datum stammte, ohne sie irgendwie dazu zu animieren, viel nachzufragen? Ihm war gerade nicht danach, von vorne anfangen zu müssen. Den Unfall wollte er daher nicht erwähnen. Das Funddatum war es auch nicht wirklich, Anwohner hatten schließlich alles beobachtet und sofort Hilfe geholt. Er hatte nicht in einem Graben gelegen, bis irgendwer ihn gesehen hatte. Zu sagen, dass es der Tag war, an dem er im Krankenhaus aufgewacht war, wäre für die Halbgöttin neben ihm vermutlich etwas verstörend und würde nur weitere Fragen aufwerfen, genauso, wenn er sagte, dass das der erste Tag war, an den er sich erinnern konnte. Wenn er jedoch sagte, dass das sein erster Tag in Lekandra war, würde er sich vielleicht verraten und nur noch mehr Fragen beantworten müssen. Wie sollte er Lilia nur die Bedeutung dieses Tages näher bringen? Er würde es anders angehen müssen. Anstatt den Satz nach gefühlter Ewigkeit zu ende zu bringen, griff er sich wortlos unter seinen Pullover und zog den Talisman seiner Mutter hervor. Kurz betrachtete er ihn, bevor er die Hundemarke auf den Tisch warf. "Jetzt bin ich seit fast drei Jahren Matthew Rogers. Und allein das ist der Grund, warum ich nicht John Doe heiße.", murmelte er und funkelte das Ding argwöhnisch an. Kurz musste er wieder an seine weinende Mutter und seinen stolzen Vater denken. Er hatte es nie so gewollt, aber was hätte er tun sollen? Sie noch mehr zum weinen bringen, indem sie ansehen musste, wie sein Vater das tat, was er damals hatte tun sollen? Sie waren Jäger, er ein Werwolf. Wenn man glaubte, dass sie ihm nichts getan hätten, glaubte man wohl auch, dass ein Raubtier aus Mitleid ein Opfer verschonen würde. Sie hätte ihn vielleicht ziehen lassen, wenn er gefragt hätte, aber nicht sein Vater, nicht der. Wenn alles aufflog und sie ihn hier fanden, würde es nicht nur ihm an den Kragen gehen. Selbst wenn sie nicht kamen, was würde passieren, wenn sich herausstellte, dass er ein Jäger gewesen war? Matt würde seine Sachen packen müssen und weg gehen. Seinen Schulkameraden, egal, wie idiotisch sie waren, würde er nicht mehr in die Augen blicken können. Er würde sich nirgends hier mehr sehen lassen können. Es würde nicht lange dauern, bis einer die Hand gegen ihn erhob. Vielleicht, weil er nur enttäuscht war, dass Matt nicht ehrlich gewesen war, aber vermutlich eher, weil jeder, der dem Übernatürlichen angehörte, zu Recht Angst vor dieser Gruppe von Menschen hatte.

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Lilia Castillo

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BeitragThema: Re: »Oberstufenzimmer   Di 21 Nov - 16:40

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Lilia konnte sehen, dass es Matthew schwer fiel, darüber zu reden. Sie wollte ihn nicht weiter drängen, aber es war wirklich ziemlich interessant für sie - immerhin verhielt sich ihr Gegenüber äußerst mysteriös und das spornte sie erst recht an, weiter nachzuhaken.
Sie setzte sich wieder aufrecht hin und rutschte ein wenig nach vorne, um sich den Talisman, den er gerade auf den Tisch geworfen hatte, genauer anzusehen. Das Mädchen rieb sich verwirrt den Kopf. "Hast du etwa deinen Namen ändern lassen?", fragte sie, aber das konnte natürlich nicht alles sein. "Nein...", fügte sie murmelnd hinzu, "wem gehört das?" Sie berührte Matthews Besitz kurz, ehe sie den Talisman wieder zurück zu ihm schob. Er schien sich nicht sicher zu sein, was er davon halten sollte, und in Lilias Kopf war einzig und allein ein großes Fragezeichen.
Vielleicht ist es ja ein Erbstück von seiner Mutter, dachte sie und dabei kam ihr ihre eigene Mutter in den Sinn. Sie hatte ihr nie irgendein Erinnerungsstück gegeben, nicht mal, als sie das Sorgerecht für die drei Mädchen verlor. Alles, was Lilia geblieben war, war die Erinnerung an das einst hübsche Gesicht der Frau, welches nun von runzlig, ernst und von Falten überzogen war - manchmal, wenn sie daran dachte oder sogar davon träumte, fuhr ihr ein unangenehmer Schauer über den Rücken. Sie hasste sie, und auch Matthew schien irgendetwas aus seiner Vergangenheit zu verspotten.
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BeitragThema: Re: »Oberstufenzimmer   Mi 22 Nov - 16:34

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Natürlich verstand Lilia nicht, was Matthew meinte. Was hätte er auch anderes erwarten sollen? Na ja, eigentlich hatte er gedacht, sie würde direkt nachfragen, was passiert war. John Doe war schließlich die Bezeichnung, die einem oder einer Partei zugeordnet wurde, bei dem oder der man nicht wusste, wer wirklich dahinter steckte. Den Namen erhielt auch vorerst jeder aufgefundenen männlichen Person, die keine Papiere hatte und die man nicht fragen konnte, wer sie war oder es eben nicht sagen konnte, wie es damals bei Matt der Fall war. Nur das hatte er gewusst, lange bevor George Steinmetz 'starb'. Dass Lilia das nicht verstand, wunderte ihn daher schon etwas. Der Werwolf griff wieder nach der Kette mit den Hundemarken, nachdem Lilia sie neben ihm inspiziert hatte. "Nein,
hab ich nicht.
", meinte er etwas genervt "Vielleicht doch, aber nicht wissentlich. Das ist es ja.", ergänzte er seine Antwort auf ihre erste Frage. Bei der zweiten hatte er schon große Lust, mit den Augen zu rollen, ließ es aber. "Keine Ahnung von wem ich diese bescheuerten Hundemarken habe.", antwortete er und hing sie sich wieder um den Hals. "Die Dinger sind halt das einzige mit Namen drauf, das ich hatte, als...", fuhr er fort und unterbrach sich, als er die Kette wieder unter seinem Hoodie verschwinden ließ. "Warum wohl, glaubst du, lebe ich hier im Kinderheim?", fuhr er sie leicht an, bevor er sich mit der Hand gegen die Stirn klatschte. Wenn er nicht aufpasste, würde er sich wirklich noch verraten. Außerdem wusste seine Klassenkameradin vielleicht gar nicht, dass er seine Ferien im örtlichen Waisenhaus verbrachte. Matthew brauchte einen kurzen Moment, den er mit in den Nacken gelegten Kopf verbrachte, um sich zu beruhigen. Erst danach drehte er vorsichtig seinen Kopf in Richtung des Mädchens. "Tschuldigung, aber ich hasse es einfach diese ganze Scheiße breit zu reden.", versuchte er sich zu entschuldigen "Es erinnert mich einfach zu sehr daran, dass mein Leben nicht normal ist. Außerdem, was ändert das daran?" Lilia hätte jetzt alles Recht, ihn anzuschnauzen, aufzustehen und zu gehen. Er würde nicht von ihr verlangen, ihn - oder viel mehr seine Rolle - zu verstehen. Schließlich war er nicht Matthew Rogers, zwar schon auf Papier, aber eigentlich war er doch George Steinmetz, der Sohn eines Jägers, der von seinem besten Freund gebissen worden war und sich dafür eigentlich hätte umbringen sollen. Dass George aber einfach nur von Zuhause abgehauen war und jetzt unter einem falschen Namen lebte, hoffte er, würde niemand je herausfinden. Auch wenn es für ihn bedeutete, Jahr um Jahr diese blöde Laune zu haben.

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BeitragThema: Re: »Oberstufenzimmer   

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